educamp 09 in graz

Veröffentlicht: 6. November 2009 in web 2.0
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Mein erstes Educamp (und zweites Barcamp überhaupt): ca. 70 Leute aus Deutschland und Österreich sind angemeldet.

Der Sessionplan und die Sessions, die ich besucht habe:

SessionplanForBlogWie entsteht so ein Plan?
Ein Barcamp hat ja zuerst einmal keinen solchen. Nach den Eröffnungsworten von Martin Ebner (TU Graz und Organisator – mit vielen Helfern) melden sich die Leute, die eine Session veranstalten wollen. Das kann schon im Vorfeld in einem Wiki erfolgen, diesmal fand es live statt. Die InitiatorInnen stellten kurz ihr Thema vor, fragte, ob Interesse bestehe und klebten ihr PostIt auf einen freien „Slot“. Der Samstag war schnell verplant, der Sonntag enstand in der Folge.

sessionplanEducampGraz

1./2. Session: BildungsSofa/Couch

Doris Carstensen (Vizerektorin) und Thomas Bernhardt

Einerseits ging es hier um ein alternatives Format einer Diskussion (zwei Menschen mit unterschiedlicher Meinung zu einem Thema nebeneinander auf einer Couch, die Zuhörer sitzen mit im Kreis, die Twitterwall wird eingebunden), andererseits um das Thema: Web 2.0 – Tools zur Selbststeuerung der Studierenden?

Reserviertheit auf der Seite der Lehrenden: Abgabe von Kontrolle, Kompetenzen und Macht?
Bildung hat etwas mit Ordnung zu tun – stellt Coach vielleicht die Ordnung für die Prüfung wieder her, wenn StdentInnen ihren Wissenpool selbst erarbeiten? Ein Skript auswendig lernen, passt dann nicht mehr zum Lernprozess, andere Formen des Assessments sind nötig.

  • Frage: Wieso soll es leichter sein, Studierende im öffentlichen Raum zur Partizipation zu bewegen?
  • Antwort: Übungsmöglichkeiten im kleinen Raum sind vorher nötig, um sie sie dort zu Experten heranzubilden.

Fazit: Gutes Format, rege Diskussionen entstanden nach anfänglicher Couchlastigkeit, und die Fragen

  • Müssen wir die Lernenden zu ihrem Gück zwingen?
  • Wie gehen wir mit dem Knackpunkt: Web 2.0 vs Assessments um?

Und irgendwie ist diese Session nahtlos in die folgende – Interaktive Veranstaltungsformate übergegangen. Auf jeden Fall wurde weitergeredet.

3. Session: Keynote von Apple über Digital Learning Environments

Tja, da habe ich nicht allzuviel mitgekriegt. Das Englisch des griechischen Vortragenden hat sich mir in der kurzen Zeit nicht wirklich erschlossen.

nebenbei: Vorbereiten der Session von Günther und Stefan: Gibt es eín ideales Portfolio-Tool? Ich soll kurz über Mahara berichten. So leiste ich zumindest einen kleinen Beitrag zum Educamp. Was ich sagen könnte:

  • Lehrgang eEducation: Klaus Himpsl Lehrgangleiter
  • 25 Leute, die ziemlich motiviert waren und auch noch sind
  • 1. Lehrgang, der durchgehend Mahara als ePortfolio-Tool benutzt
  • zuerst: Version 0.9
  • Dateien einzeln hochladen
  • Flash-Dateien nicht einbinden
  • einstweilen noch nicht exportierbar, aber für die nächste Version angekündigt
  • zeitintensiv – das liegt aber nicht am Tool
  • aber: ganz individuell freischaltbar – ich stelle Ansichten schnell mit den upgeloadeten DAteinen zusammen – wenn sie zuerst gut vertaggt worden sind.

4. Session: Formen des ePortfolios und die Verwendung in der Lehre

(Klaus Himpsl und Marcel Lirchner)

Auf die provokante Frage in der Vorstellung „Braucht ein Automechaniker ein ePortfolio?“ wurde eigentlich nicht eingegangen, sondern zuerst die ePortfolio-Idee wieder einmal aufgerollt – mit den Fokus auf Bewerbungs- also Produktportfolios. Falls die Folien online gestellt werden, kommt hier noch die Verlinkung.

Naja, die Antwort auf die oben gestellte Frage lautet: Wenn im Netz jeder über jeden alles schreiben und jedes Foto veröffentlichen kann – ist es dann nicht besser, dem mit eigenem Material entgegenzutreten? Material, in dem es um Fähigkeiten, Kompetenzen, Interessen und Einstellungen geht, die man selbst autorisiert hat? Also ja!

5. Session: Slidecasting 2.0 – Radical Podcasting

[Untertitel: OMG (oh my God) – Notebooks im Hörsaal]

Ein äußerst interessanter Vortrag von Peter Purgathofer, der meint Prüfungen seien Betrug an den StudentInnen, weil – nona – auf eine Prüfung lernen einfach zu wenig Nachhaltigkeit erzeugt.

Er stellt fest, dass dank der Notebooks in den Hörsälen nur mehr „continuous partial attention“ zu erzielen ist (Oh my God – Notebooks!) und stellt seine Lösung,

The Radical Portfolio vor.

  • keine Angaben
  • keine deadlines
  • kein „game of school“ (Buch von Robert L. Fried)
  • aber die Arbeiten müssen über das Semester verteilt werden (pro Woche kann eine maximale Punktezahl erreicht werden), damit es zu einem kontinuierlichen Arbeiten kommt und nicht erst auf den letzten Abdruck gelernt wird.

Sehr spannend – er hat sich da was Tolles überlegt!

6. Session: Gibt es das ideale ePortfolio-Tool?

Die haben sich Stefan Karlhuber und Günther Wageneder überlegt und mich gebeten, ob ich auch kurz etwas zu meinen Erfahrungen mit Mahara sage. Interessanterweise hat sich die Diskussion – nicht das erste Mal heute – schnell wieder auf Datenschutz und die Probleme damit bezogen. Das ideale Tool haben wir leider wieder nicht gefunden. 😉

Abendsession

Empfang im Grazer Rathaus mit Buffet. War toll, vor allem der Sizungssaal, der Ausblick und eh klar – die Gespräche, die wir in diesem rahmen untereinander geführt haben. Anschließend hatte ich das Gefühl, mit fast allen TeilnehmerInnen gesprochen zu haben.

Anschließend weiter in Grazer Bars und Beisln.

Samstag

Session 1: Monster

Monster als Protagonisten von Lernszenarien und Nachrichtensendungen:

  • B > Curricula erstellen: man geht einen Schritt zurück und kann unbefangen an ein Thema herangehen; man kann die Welt aus einer anderen Perspektive betrachten-
  • B>Aufgabe: Cognitive Apprenticeship muss neu erfunden werden: Lösung: Monster treffen sich nur nachts, schauen zuerst dem Meistermonster über die schulter, in der zweiten Nacht erschrecken sie ein Kind…
  • Wer es ganz wissen will: die Monster sind im Web: monstery.wordpress.com

Die Idee des Arbeitens mit Avataren ermöglicht oft einen ganz sanften Einstieg in ein Thema, da es einen nicht  persönlich betrifft: Ich hab schon eine Ideefür meine SchülerInnen!

Session 2: Sind Barcamps ideale Lernformen?

fragte Karlheinz Pape. Und ob man sie nicht auch für die Lehre einsetzen könne.

Dann haben wir gesammelt, wie man das wohl feststellen kann:

  • Interaktion
  • Verhaltensänderung danach: zB Twittern, weitere Kommunikation
  • Bildung weiterer Communitys
  • Lernen macht glücklich – gute Stimmung
  • wenn man sagt, man hat etwas gelernt
  • begeisterte Leute

Was ist anders?

  • Auswahl der TeilnehmerInnen
  • kein vorher festgelegter Plan
  • keine langen Einreichungsprozesse
  • trotzdem kein massives Qualitätsgefälle
  • weitere Sessions können direkt angeschlossen werden, wenn ein Thema weiter besprochen werden will
  • England: da gibts erst gar keine Pläne (wenn Hunger aufkommt, werden Pizzas bestellt)
  • Reputation: nicht gesichertes Wissen, sondern Impulse
  • eigenes Wissen generieren
  • soziale Kompetenz – viele Diskussionen
  • alle sind Experten
  • vorurteilsfreie Gespräche
  • niedrige Teilnehmerschwelle (auch weil es keine Gebühren gibt)
  • keine didaktischen Vorüberlegungen
  • Pausen mit Sessions zwischendurch?
  • evt. nicht für jeden?

Session 3: Geek-Reel (herausgeschnittene Szenen bei Filmen und Serien)

Thomas Bernhardt

Idee: gegenseitiges Vorstellen neuer Tools

  • Google Wave:
    alle Tools, die man verwendet- Chat, Mail, Mindmeister… – können in einer Wave zusammengezogen werden. Jeder kann eine Wave einrichten, man kann immer reinschreiben, einbauen…, ideal fürs Zusammenarbeiten.B> drei arbeiten eine Weile, ein vierter kommt dazu und kann sich an einem Ort schell informieren, anstatt alle Mail nachlesen zu müssen. Leicht zu warten. Riesiges potenzial vor allem für Projekte; Teilbereiche von Mindmaps können hineingezogen und kommentiert werden. Arbeitet wirklich in Echtzeit („realreal time“).
  • drop.io
    kein Account notwendig, Files gehören aber dem Server, einfach, viele kollaborative Möglichkeiten

Session 4: PLE an der TU Graz

  • Verwaltung, Devices, Internet, Verwaltung – die Umwelt ist sehr komplex – für Bedienstete, StudentInnen; jede/r soll seine PLE selbst zusammenbauen können.
  • Widgetkonzept, wie bei Mashups (w3c-konform!)
  • neue Widgets werden von Studenten entwickelt
  • PLE – großes Spannungsfeld: wenn es gebaut wird, kann es keine PLE mehr sein: aber von der Verwaltungsseite her wichtig

Notwendige Ergänzungen:

  • Vorschläge für Tools, die „meine Freunde weiter bringen“
  • zusätzlicher pädagogischer Ansatz: dort abholen, wo man gerade ist – wie kann das PLE Lernen unterstützen?
  • instructional Design: Vorkenntnisse abprüfen und dann Empfehlungen abgeben (automatische Empfehlungen, Empfehlungen von Freunden )
  • Lehrer sollen gar keinen Zugriff darauf haben

AbschlussSession

Hier verweise ich auf die Blogeinträge von Thomas Bernhardt, der das Resumée perfekt wiedergibt.

EduCamp Graz 2009 – Ein erstes Fazit

Für mich wars toll, dabeigewesen zu sein. Ein Erlebnis – inklusive Hin- und Rückfahrt, Pausen und allem anderen.

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