Pädagogische Konferenz

Veröffentlicht: 22. April 2009 in buch

Frühlingsnachmittag, die erste pädagogische Konferenz mit dem neuen Direktor. Wir treten an, um neue Fotos für die Website von uns machen zu lassen. Wenn die SchülerInnen dran sind, verbringen vor der Ablichtung aufgeregt Zeit vor den Spiegeln in der Toilette. Mein 15-jähriger Sohn fragt süffisant, als ich ihm erzähle, dass auch ich fotografiert werde: „Kriegst an Stress?“ Er kennt sich aus.
Also anstellen: Jede/r bekommt ein Namensschild und dann wird abgedrückt: „Bitte mit offenen Augen lachen!“ Schon sehr lustig: Gruppenfoto mit 80 Leuten. Auch bei uns will niemand in der ersten Reihe sitzen.

Dann wirds ernst, aber spannend – Darstellung zur Unterrichtsdiskussion, nach 8 Wochen Verhandlungen und einer Einigung.

  • Es kommen keine Mehrstunden und damit keine Kündigungen.
    (allein an unserer Schule wären 8 junge Kolleginnen betroffen gewesen).
  • Während 8 Wochen Diskussion: gemeinsame Beschlüsse der LehrerInnen Österreichs, Darstellungen und Resolutionen der LehrerInnen und Eltern Österreichs – 10.000ende Briefe ans Ministerium.
  • Protestaufmarsch in Wien: 600 Busse auf der Ringstraße, Züge aus Deutschland, weil die ÖBB keine mehr hatte. (Chefgewerkschafter zum Kanzler: „Die Ringstraße wird zu eng!“)
  • Erfolgsfaktor: einheitliches Auftreten, das Nicht-gefallen-lassen-wollen, eher uninformierte Unterrichtsministerin.
  • Werteinheiten der Stunden wären verringert worden
  • Andere Ministerien unter Druck, weil 200 BIG-Millionen ans Unterrichtsministerium verschoben wurden.
  • Es ging nur ums Geld
  • Es wurde herumgeschoben 427 Mio blieben übrig. 190 Millionen stammen von den LehrerInnen.
    Budget: Heizung – kann man nicht streichen, Strom auch nicht, Mieten schon….

Maßnahmen

  • öffentliches Dienstverhältnis: 80 Mio Einsparung, geht politisch nicht
  • Altersteilzeit
  • Überstunden ansparen – wie Zeitausgleich
  • schulautonome Tage: keine Idee der Lehrer (ohne Beitrag hätte es keine Einigung gegeben)
  • IIL wird zu IL- spart 56 Mio. Euro
  • Supplierverpflichtung: 10 weitere Supplierstunden
  • Reduktion der MDL: =1,432 der normalen Lehrverpflichtung, jetzt 1,3??
  • keine admin. Belohnungen
  • Fortzahlung der MDL nur mehr bis zu drei Tagen 1 Mio, mit 5-7 Mio bewertet
  • Abendgym-Stunden nur mehr ab 19.00 höher bewertet
  • Prüfungsgebühren werden noch verhandelt, Vorbereitungsstunden um 1/3 gekürzt, weniger wert.
  • bei der neuen Reifeprüfung neu verhandeln
  • reines Sparpaket, nix Pädagogisches, das wird immer mehr in Institute (Bifie) ausgelagert
  • Besoldungsreferent der Gewerkschaft konnte die Komponenten ausrechen, die Ministeriumsleute nicht
  • Erfolg: die Maßnahmen, die geplant waren sind nicht gekommen!
  • Test: neue Reifeprüfung – hat das Ministerium gelernt, dass man nicht herausposaunt, sondern verhandelt?
  • Es können aber neue Verhandlungen möglich sein – vielleicht, weil andere Schulpartner wollen.
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