Lehrerin sein …

Veröffentlicht: 27. Februar 2009 in schule, unterricht

… ist für mich seit ein paar Tagen nicht so einfach.
Ich mag meine Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen richtig gerne und eines meiner Hobbies ist es, meine Unterrichtsmethoden und Inhalte dauernd zu optimieren. Ich besuche so viele Fortbildungen, wie es meine Zeit erlaubt, und studiere seit einem Jahr berufsbegleitend an der Donau-Universität Krems. Der Lehrgang trägt den schönen Titel eEducation und hat Didaktik, Medien, Technologien, Psychologie, Wissenschaftstheorie und die Umsetzung für den Unterricht zum Inhalt.
In meinen Klassen stehe ich 18 Stunden in der Woche, da eines meiner Fächer Informatik ist, lerne ich laufend dazu, um aktuell zu bleiben.
Ich bekenne mich dazu, dass mir das Ganze auch Spaß macht und kann und will die Stunden nicht zusammenzählen, die ich in der Woche – auch in den Ferien – damit verbringe.
Nun ja. Seit vorgestern, Mittwoch, den 25. Februar, ist mein Selbstbild nicht mehr das gleiche. Offensichtlich reicht es nicht engagiert und motiviert zu sein und gute Arbeit zu leisten, ich muss ab Herbst zwei Stunden mehr in Klassen verbringen und meine Vorbereitungszeit effektiver gestalten, meint die Unterrichtministerin. Und diese ihre Entscheidung teilt sie den Medien mit, über die ich es erfahren habe. Klar meint sie nicht mich persönlich, aber ich wusste bisher nicht, wie wenig meine Arbeit (und die meiner vielen KollegInnen) wertgeschätzt wird. Das Lehrerbild wird ja schon seit Jahren immer weiter demontiert, aber die jetzige Ministerin schien bisher da zumindest neutral. Und trotzdem fühle ich mich jetzt in keiner Weise mehr wertgeschätzt, demotiviert und bin deswegen verärgert – das passt nicht zu meinen Vorstellungen, wie Leben und Arbeit stattfinden soll.
Über alles kann diskutiert werden, aber in einer sogenannten Demokratie sollten Entscheidungen, die die Arbeitswelt so vieler Menschen betreffen, nicht in dieser herablassenden Art und Weise kommuniziert werden. Das ist ein Vorwurf, den ich Claudia Schmied mache.
Am Donnerstag war ich wieder bei meinen SchülerInnen im Klassenzimmer: Das entschädigt für vieles!

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